Tipps für die Externistenprüfung

Die jährliche Externistenprüfung ist für uns Menschen, die ihre Kinder in den häuslichen Unterricht abgemeldet haben, mitunter eine ganz schöne Herausforderung. Sind wir doch das ganze Jahr über absolut cool und gelassen, so können die letzten Tage zur Prüfung hin uns in nervliche Wracks verwandeln. Ich weiß, wovon ich rede! 😉 Hier also ein paar Tipps, die uns die Erfahrung lehrte.

Auswahl und Kontakt mit der Prüfungsschule

Das Um und Auf ist die Auswahl einer geeigneten Prüfungsschule. Hier durfte ich die Erfahrung machen, dass es in erster Linie wichtig ist, dass Du weißt, was du dir für dein Kind wünscht. Wähle danach aus und wenn du bei drei Schulen das Gefühl hast, dass ihr nicht gut miteinander könnt, dann ruf eine Vierte an! Irgendwann wird es passen. Fragen wie: „Wie sehen Sie den häuslichen Unterricht im Allgemeinen?“  oder „Wie gehen Sie auf nervöse Kinder ein?“ bringen dich weiter!

Umso früher du weißt, wo du hinwillst, umso leichter wird es für dich. Achte darauf, dass viele Prüfungsschulen eine Anmeldefrist haben, die kann durchaus auch schon im September sein.

Nimm anschließend ehestmöglichen Kontakt mit den zuständigen Lehrern auf. Frag sie, was sie sehen möchten, was dein Kind präsentieren darf, was ihnen wichtig ist. Können sie den Stoff etwas eingrenzen (Mittelschule), oder ist das ganze Buch (welches?) zu lernen?

Wir für uns haben entschieden, nicht mehr alleine zu einer Prüfung zu gehen. Zu groß war das Unverständnis der Lehrer, warum man Kinder zum HU abmeldet.  Deswegen schlossen wir uns einer Lerngruppe an und gehen eben als Gruppe zur Prüfung. Dies hat den Vorteil, dass die Lernbegleiter meist anwesend sein dürfen und den Kindern – besonders den nervösen -somit Sicherheit bieten können.

 

Grobe Struktur des Lernstoffes

Zu Beginn des Schuljahres schreibe ich mir heraus, was zu lernen ist. Die Schulbücher dienen hier als Anhaltspunkt. Wenn der Lernstoff von der Prüfungsschule bereits vorgegeben ist, orientieren wir uns natürlich daran. Die Struktur ist keineswegs starr, dennoch gibt es intensive Lernzeiten und natürlich danach auch Pausen. Ich schaue, was den Kindern noch fehlt und arbeite dann gezielt daran.

 

Probeprüfungen

Bei uns haben sich zur Prüfungsvorbereitung Probeprüfungen bewährt. Das heißt, ich stelle den Kindern Prüfungen zusammen und schaue, wie lange sie damit brauchen. Das gibt den Kindern Sicherheit, denn sie wissen so schon, wie eine Prüfung aussehen kann und was vermutlich kommen wird. Hier ein paar Beispiele für Probeprüfungen 3. Schulstufe.

DeutschPrüfung1Deutschprüfung2Matheprüfung1Matheprüfung2

 

Mappe und Schulbücher

Die Mappe ist sozusagen das Herzstück. Die Lehrer kennen die Kinder meistens noch nicht und können auch nur eine Momentaufnahme beurteilen. Hier liegt es an uns Eltern, dies mit den Kindern gemeinsam zu ändern. Wir können Dinge mitbringen, unter anderem eben die Mappe, in der alles Gelernte vom ganzen Jahr gesammelt wird.

Ich bin absolut kein Fan von Gegenständen und somit dem Schachteldenken. Fakt ist aber auch, dass unsere systemgeprägten Lehrer das sehen wollen. Also ordne ich die Mappe am Schluss des Jahres in die entsprechenden Gegenstände und gebe auch Trennblätter hinein.

Da wir in den Schulbüchern natürlich nicht alle Seiten machen, nehme ich die ausgefüllten einfach aus dem Buch und ordne sie in die Mappe ein. Das füllt sie und macht sie attraktiver 😊. Alternativ könnte man die Seite im Schulbuch vorm Ausfüllen kopieren und gleich in die Mappe geben. Da ich keine Kopierer habe, schneide ich die Seiten einfach raus.

Ich fotografiere meine Kinder unterm Jahr oft. Egal ob beim Kochen, beim Ausflug ins Museum, beim Sport (Schwimmen, Schifahren, Wandern, Bogenschießen, Radfahren- egal was, halt es fest!), beim Musizieren, beim Zeichnen… Diese Fotos drucke ich aus und die Kinder schreiben oder malen was dazu. Hier kann man zum Beispiel schön schreiben oder verschiedene Schriftarten ausprobieren. (wird in Zeichnen gefordert).

Vorne in die Mappe gehören die Zahlungsbestätigung für die Einzahlung der Prüfungsgebühr. Auch wenn ihr sie schon geschickt habt, vor der Prüfung wollte sie bis jetzt jeder sehen, also geben wir sie einfach vorne rein und fertig.

Ich schreibe immer ein Elternfeedback für die Kinder. Das dient einerseits dazu, dem Kind Feedback zu geben und anderseits den Lehrern zu zeigen, dass wir unsere Sache sehr ernst nehmen.

 

Reisetagebücher

Da wir jedes Jahr auch ein bis zwei größere Reisen unternehmen, legen wir dazu immer Reisetagebücher an. Hierzu kaufe ich Bildbände, am besten mit großen Ringen, sodass die Bücher gut gefüllt werden können. Wir nehmen sie mit und lassen zum Beispiel alle lieben Menschen, die wir dort kennenlernen, einschreiben. So wie in einem Stammbuch früher. Zuhause entwickeln wir die besten Fotos und kleben sie ein. Dann gestalten die Kinder die verschiedenen Seiten mit Informationen und Erinnerungen.

Diese Bücher lassen sich bei der Prüfung gut präsentieren und zeigen einen Querschnitt von dem, was die Kinder in dem jeweiligen Land gelernt haben. Außerdem nehmen wir Anschauungsmaterial (zB. Kork von den Korkeichen in Portugal) mit und zeigen dies.

 

Präsentation des Referates

Sollte dein Kind ein Referat präsentieren müssen, nehmt euch in der Vorbereitung ausreichend Zeit dafür. In letzter Minute kann es zwar auch gut werden, aber stressfrei ist sicher was anders. Fragt nach, was gewünscht ist. Ein Plakat, oder eine kleine Präsentationsmappe in A4 mit Bildern und Text dazu. Anschauungsmaterial kommt immer gut. Mein Sohn hatte bei seiner Präsentation über Greifvögel viele Bilder von ihm selbst mit den verschiedenen Falken darauf und auch Federn mit, die er herzeigen und erklären konnte.

In jeden Fall solltet ihr vorher die Regeln für ein gutes Präsentieren besprechen, notfalls auf Youtube gucken. Wie steht man besten, damit man das Plakat nicht verdeckt. Wenn ich spreche, sehe ich ab und zu auch mal ins Publikum, ich versuche, meine Hände ruhig zu halten und auf die Dinge hinzuzeigen, von denen ich gerade spreche…

Auch hier gilt, Übung macht den Meister. Übt den Text gut, präsentiert vor den Großeltern, den Freunden, am besten in der Anzahl, wie es in der Prüfungssituation sein wird.

Das muss alles natürlich nicht perfekt sein, das ist eine Kinderpräsentation.

Dennoch finde ich es wichtig, den Kindern dieses Thema von Anfang an zu erleichtern. Auch sind Präsentationen nichts schlechtes, sondern geben uns die Möglichkeit, jemand anderen über unser Thema zu informieren und die Energie der Aufmerksamkeit unserer Zuhörer für uns zu nutzen.

Anfahrt

Check die Adresse und die Anfahrt rechtzeitig, damit einer pünktlichen Anreise nichts im Weg steht. Informier dich auch über Parkmöglichkeiten vor Ort.

 

Kleidung und Auftreten

Der erste Eindruck ist äußerst prägend und das nicht nur bei Erwachsenen. Rede mit deinem Kind darüber, dass es wichtig ist, sich hübsch zu präsentieren. Ich rede dabei nicht von Verstellen und versuchen, nicht man selbst zu sein. Auf keinen Fall.

Aber wir leben in Österreich und hier ist der Schein unter Umständen ausschlaggebend für ein gutes Ergebnis. Saubere, schöne Kleidung, gewaschene und gebürstete Haare, geputzte Zähne usw. tragen nun mal maßgeblich zu einem guten Eindruck bei.  Außerdem solltet ihr darüber reden, dass man Menschen mit Handgeben begrüßt und dem Gegenüber dabei in die Augen sieht. Der Händedruck sollte nicht zu lasch, aber auch nicht zu fest sein. Ja, das kann man üben!

 

Nervosität und mentale Vorbereitung auf die Prüfung

Das beste Mittel gegen Nervosität ist immer noch eine ausreichende, gute Vorbereitung. Wenn ich alles kann, brauche ich nicht nervös zu sein. Das lässt sich leider nicht immer bewerkstelligen, keine Frage. Wir sind das Prüfungsszenario öfter durchgegangen, damit die Kinder genau wissen, was wann passieren wird und gefordert ist. Das ist dein Job als Elternteil, hier für dein Kind einzustehen und die Lehrer genau auszufragen, was auf dein Kind zukommen wird. Visualisieren ist auch hier das Zauberwort. Male dir genau aus, was du dir für dein Kind wünscht! Denke ans Universum und genau so wird es passieren!

Medien sind zwar eine gute Ablenkung, setzen aber die Konzentrationsfähigkeit weit herab. Wir haben sie für die Prüfungszeit völlig eliminiert.

Zusätzlich haben wir uns Bachblüten Rescuetropfen besorgt, bereits eine Woche vorher begonnen, sie zu nehmen und den Kindern auch zur Prüfung mitgegeben. Sie helfen!

Auch kann ein Talismann dem Kind eine gewisse Sicherheit bieten. Mein Sohn hatte sein Stofftier mit, meine Tochter energetische Karten.

Erzähle deinem Kind, wo du dich während der Prüfung aufhalten wirst, wenn du nicht dabei sein darfst.

Kurz vor der Prüfung schwappt auch bei uns Eltern eine „gewisse“ Nervosität zu. Bitte bedenke, dass wir das 1:1 auf unsere Kinder übertragen. Ich war voriges Jahr irre nervös und musste zum Schluss sogar meinen Mann hinschicken, weil ich es gar nicht ausgehalten habe.

Sowohl voriges Jahr als auch heuer hab ich mit einer Kinesiologin an dem Thema gearbeitet. Die Nervosität ist völlig unnötig, sie bringt nur dein Kind aus der Fassung und es ist an dir, die Themen, die durch diese Prüfungen bei dir hochkommen, anzusehen, anzunehmen und schlussendlich aufzulösen. Es sind Themen aus deiner eigenen Schulzeit, gepaart mit Gedanken, sich beweisen zu müssen und eventuell nicht gut genug zu sein. Es ist das innere Kind, das hier schreit und wahrgenommen werden möchte. Verdränge es nicht, es wird in den unpassendsten Momenten wiederauftauchen und laut schreien. Dann hast du keine Kontrolle darüber und bist der Nervosität völlig ausgeliefert. Arbeite vorher daran, damit du nicht in dieser Extremsituation damit konfrontiert wirst und damit letztendlich deinem Kind schadest.

Auch meine Kinder durften vor der Prüfung vermehrt energetisch arbeiten.

 

Ein letzter Tipp von mir wäre noch

Fangt rechtzeitig an. Wir hatten heuer echt viel Zeit für die Vorbereitung veranschlagt und das hat sich wirklich bezahlt gemacht. Wir waren 2 Tage vorher schon mit allem fertig und konnten chillen. Ich war kaum nervös, bei meinem Sohn (3.Schulstufe) ein bisschen und bei meiner Tochter (5. Schulstufe) dann gar nicht mehr. Auch den Kindern gings echt gut.

Zu guter Letzt gehört noch gesagt, dass es wichtig ist, die Prüfung in einem positiven Licht darzustellen. Die Kinder dürfen zeigen, was sie gelernt haben und müssen sich nicht beweisen. Klar wissen wir Erwachsenen, was eine Prüfung bedeutet. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir unsere meist negativ behafteten Überzeugungen unseren Kindern mitgeben müssen.

Macht ein schönes, unvergessliches Fest daraus!

 

Kerstin

Danke fürs Teilen!