Frauenkreise & Redebegegnungen

Wir sitzen im Kreis, ungefähr 20 Frauen  unterschiedlichsten Alters. Eine jede bequem  auf einer Matte und Sitzkissen, freudig erwartend und doch absolut entspannt. Einige meditieren sitzend, andere lieber in der Waagrechte. Alles darf, nichts muss.

Der Duft im Raum – verführerisch, weiblich, eine fabelhafte Mischung aus Kerzenduft, frischen Blumen und Räucherwerk.  Es ist wunderbar warm im Raum, für mich Frostbeule eine Wohltat. Kein grelles Licht, nur Kerzenschein. Viel Kerzenschein!

Später werden auch noch drei Feuer in Feuerschalen entzunden. Eine leise Hintergrundmusik potenziert die Realität.

In der Mitte unseres Kreises eine Art Altar, das Zentrum des Kreises –  ein kreatives Mandala aus Rosenquarz und Bergkristall, vielen Blumen und Blüten und Kerzen. Kleine Schalen, gefüllt mit Rosenwasser und Rosenquarz, stehen daneben und geben erste leise Versprechen.

Im heutigen Frauenkreises wird der Raum geöffnet für eine Gebärmuttersegnung.

Die Gebärmutter, so erzählt uns Arweniel, ist das weiseste Organ in unserem Körper. Während der Geburt vollbringt sie eine wahre, magische Meisterleistung und genau diese Kraft und diese Magie ist es, die wir nur selten nutzen. Wir können aber immer und jederzeit darauf zurückgreifen, uns mit ihr verbinden und daraus auch im Alltag Kraft und Energie schöpfen.

Heute verbinden wir unsere Gebärmutter, also unser weibliches Kraftzentrum mit dem urweiblichen Shaktifeuer. Das bedeutet pure Nahrung für unseren Schoßraum und somit für unsere weibliche Schöpferkraft. 

Die drei Shaktifeuer in der Mitte des Kreises werden rituell entzunden und es ist eine Freude, dabei zu zu sehen. Der Raum bebt bereits jetzt vor Magie und Freude und während ich meinen Bauch noch mit Rosenwasser „erwecke“, legen sich andere schon gemütlich hin und verbinden sich so mit ihrer Gebärmutter. Ich kann den Blick nicht abwenden von dem, was die drei Zauberfrauen hier in der Mitte machen. Was immer sie in ihren Gedanken auch vorbereiten, um was sie bitten – es ist auf jeden Fall genau meins. Ich liebe es, liebe ohnehin jede Form von liebenden, nährenden Ritualen in Verbindung mit Feuer. Aber diese Energie hier ist nochmal eine Nummer steiler.

Tief verbunden mit mir und meiner Gebärmutter kommen mir Gedanken an eine Geburt, wie sie wohl aussehen könnte, fernab von der heutigen Krankenhaus-Realität. Eine Geburt, wie ich sie leider nicht erleben durfte.

Aber auch hier wird geboren: etwas Besonderes, etwas Tiefgehendes, Beruhigendes.

Liebe.

Geborgenheit.

Hier kann ich mich feiern.

Kann mich mit mir verbinden, bekomme Raum und Zeit.

So viel ich möchte.

Bedingungslos – lasse ich mich fallen, tauche ein in dieses herrliche, berauschende Gefühl der Verbundenheit.
Verbundenheit mit den Frauen hier im Raum und dem uralten Wissen unserer Ahninnen.  Dankbar denke ich an all die Frauen in meinem Leben, denen ich es verdanke, heute hier zu sitzen. Schicke ihnen liebevolle Gedanken und komme wieder bei mir selber an.

Gespannt beobachte ich die drei Zauberfrauen, die den Frauenkreis heute leiten.

Arweniel Hürlimann, Panja Saphira und Withe Eagle sind Frauenbegleiterinnen.  Wunderbare Frauen, die um die weibliche Kraft wissen.

Sie helfen uns, „unsere Weiblichkeit wieder zu finden,  die urweibliche Kraft in uns zu stärken und in unserem Leben mit unserer eigenen Schöpferkraft glücklich zu sein.  Natürlich haben wir alle dieses intuitive Wissen über Schwangerschaft, Geburt und Kindererziehung in uns. Leider haben sich aber in den letzten Jahrhunderten Erfahrungen darüber gelegt, die heute vielfach das Natürliche überschatten.“ (arweniel.ch)

Diese Erfahrung haben wir wohl alle schon gemacht, mit Natürlichkeit ist heute nicht mehr viel in unserer Gesellschaft. Umso mehr freue ich mich, ein Stück davon für mich gefunden zu haben.

Die Gebärmuttersegnungen beginnen. Abwartend sehe ich fasziniert zu, gefangen in der Magie, was hier passiert.  Als ein Platz frei wird, setze ich mich voller Vorfreude und einfach nur glücklich einer der Zauberfrauen gegenüber.

Sie nimmt mich an den Händen, lächelt mich an. Ich lächle zurück, atme tief durch und lasse mich fallen. Denke wohl zum ersten Mal im Leben nicht darüber nach, wie ich mich gerade verhalte, ob ich eh nichts falsch mache.

Ich bin einfach nur. Schließe die Augen, fühle bewusst die Energie, die von Panja Saphira zu mir überfließt. Lasse sie wandern, zirkulieren im ganzen Körper, spüre und erfreue mich an ihr. Als ich die Augen öffne, holt sich Panja Saphira mit einer Hand am Feuer die urweibliche Shaktienergie und legt mir ihre Hände auf die Gebärmutter. Ich spüre die Hitze, die von den Händen ausgeht, lade sei ein und nehme sie auf.

Glücklich bin ich mir meinem weisesten Organ bewusst, freue mich, dass es sie gibt und danke ihr von ganzen Herzen für meine beiden großartigen Kinder. Und dafür, dass sie bei beiden Geburten die Regie übernommen hat, mich dazu gezwungen hat, den Kopf und das Ego völlig auszuschalten und der Natur ihren Lauf zu lassen. Ich meine, diese Erfahrung war wohl die prägendste in meinem bisherigen Leben.

Ich danke dir, geliebte Gebärmutter.

Frauenkreis -mumacedemy.at

 

Als ich wieder auftauche aus meiner Versunkenheit, beobachtet mich Panja Saphira, lächelt mich an und umarmt mich. Kurz tauschen wir uns aus und danken uns beiden. Völlig geflasht angesichts dieser göttlichen Erfahrung ziehe ich eine Station weiter. Knie mich zu einem Korb voll frischer Blumen und zupfe zwei heraus. Rieche sie, tauche in sie ein. Diese beiden dürfen nun ein Mandala auf meinem Bauch zeichnen, während ich dem nachspüre, was gerade passiert ist. Noch nie war ich mir meiner Gebärmutter so bewusst und so nahe, noch nie hab ich sie reden gehört mit mir.

Bis heute fühle ich mich verbunden mit mir selbst wie nie zuvor.

Auf der Heimfahrt fiel mir immer wieder auf, dass ich einen riesigen, fetten Smile im Gesicht trug, der auch am Folgetag noch nicht verschwunden war. Auch fühle ich mich bis heute unsagbar sanft, weiblich – eine sanfte, zufriedene, glückliche Lebendigkeit in mir.

Schon während der Zeremonie kam der Gedanke, wie sehr ich mir dies auch für meine Tochter wünsche. Wie anders der Zugang zu ihrer Weiblichkeit sein könnte, wenn wir dies von Anfang an in unsere beider Leben integrieren. Arweniel erzählt mir von ihren Mädchenkreisen, von den Blumen, die als Mandala auch auf den Mädchenbauch gelegt werden. Diese Blumen könnten getrocknet in einer hübschen Schatulle aufbewahrt werden und dem Mädchen zu ihrer ersten Mondzeit geschenkt werden.

Wunderbarer Gedanke. Wunderbares Geschenk. 

Und ich gehe heim mit dem Wissen, dass ich als Frau – mit all meinen Facetten, meinen Macken und Ängsten – niemals alleine bin. Auch wenn es für uns zuhause – alleine – oft den Anschein hat.

Nur zu gerne verfalle ich in ein – meine Freundin nennt es – Mimimi (Angelique-bebe!;-)) ,  ein für den Verstand völlig grundloses Selbstmitleid. Ja, für den Verstand grundlos, nicht aber für das Herz und unsere Seele. Unbewusst meldet sich dieses sanfte Ziehen, ein dezentes Unbehagen, welches wir oft gar nicht definieren können. Meist ignorieren wir es, schlucken es runter, vertagen es auf ein anderes Mal. Und dann ist es wieder weg. Abgeschüttelt. Aber leider nur so lange, bis es an einer anderen Stelle wieder hochkommt und sich lautstark meldet.

Frauenkreise helfen.

Niemand muss sich alleine fühlen. Diese tiefe Verbundenheit, die aus der Seele kommt, diese Ur-Weisheit in mir, niemals wieder möchte ich sie missen.

Frauenkreise gibt es auf die unterschiedlichste Art und Weise. Jede hat seine Berechtigung. In Portugal kamen wir nahezu spontan zu einem Kreis zusammen, der wie meine Online-Redebegegnungen- dazu diente, sich Dinge von der Seele zu sprechen. Bedingungslos. Jeder darf erzählen, was ihn momentan als Frau, Mutter und Partnerin beschäftigt. Wenn man möchte, darf man sich im Anschluss Ratschläge holen, Ideen sammeln, die Dinge aus einer anderen Perspektive beleuchten. Das ist aber kein Muss. Es tut auch so einfach unglaublich gut, belastende Energien einfach auszusprechen und ihnen damit die Erlaubnis zu geben, sich zu lösen.

Wann hat denn dir das letzte Mal jemand zugehört, ohne dich zu unterbrechen?

Dir zugehört, ohne dass dein Gegenüber schon zappelnd darauf wartete, dass du fertig bist mit reden, um dich sogleich mit „gutgemeinten“ Ratschlägen zu beglücken? Egal, ob du die wolltest oder nicht?  Wann durftest du das letzte Mal in einem Gespräch bedingungslos in die Tiefe gehen, ohne Angst haben zu müssen, wie du dann dastehst?

Manchmal ist uns nach meditativen Frauenkreisen zumute. Ich war bei Arweniel froh, nicht sprechen zu müssen. Nur fühlen zu dürfen. Auch das ist zyklisch bedingt. Gerade am Beginn meiner Mondzeit bin ich (gerne) introvertiert und freue mich immer, wenn ich mein Stillsein auch ausleben darf.

Und dann gibt es kraftvolle Phasen im Zyklus, wo man wie im Frühling und Sommer sprüht vor Energie. In diesen Phasen rede ich unheimlich gerne. Bringe meine Lebendigkeit so zum Ausdruck. Auch hier tut mir ein meditativer Frauenkreis gut, keine Frage.

Aber die Energie in mir mag reden. Und so freue ich mich immer sehr darauf, wenn es Donnerstag Abend wird und ich meine Redebegegnung anbieten darf. Eine gemeinsame Meditation übernimmt das Ankommen, das Einstimmen auf unsere gemeinsame Zeit. Im Anschluss daran danken wir den Ahninnen, die hier mit uns in dieser Runde sind.

Und dann bekommt eine jede von uns ihre Redezeit. Wir werden max 5 Mütter sein, somit bleibt eine kleine, gemütliche und intime Runde gewahrt. In der Redebegegnung darfst du uns alles erzählen, denn was hier geteilt wird, verlässt den Raum nicht.

Einzig, zu den Themen der anderen Frauen äußern wir uns nicht. Wir reden uns einfach von der Seele, was losgelassen werden möchte. Durch das Aussprechen nehmen wir dem Thema die Mächtigkeit und meist kommen uns so selbst mögliche Lösungsansätze in den Sinn.

Auch zu hören, dass es anderen Müttern – Frauen – oft genauso geht wie uns, dass wir alle mit unseren Themen zu kämpfen haben, lässt uns unsere Probleme gleich viel kleiner aussehen. Niemand muss alleine sein.

Darum finden meine Redebegegnungen auch online satt. Das einzige, was du brauchst, sie ein stabiles Internet, um Videotelefonie problemlos möglich zu machen. Wir treffen uns auf der kostenlosen Internetplattform „Zoom“, welche du dir vorher installieren musst. Das wars aber auch schon. Bitte melde dich vorher an, egal ob per mail oder pn auf Facebook, damit ich dir den Link zusenden kann.

www.mumacademy.at

Ich freue mich wahnsinnig auf dich und auf die Energie, die so ein Frauenkreis hervorbringt.

Herzlichst,

Deine Kerstin

Nach oben

Danke fürs Teilen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.