Bitte, WAS hast du getan? Schule, Kids & Lernen

Kerstin, spinnst du? Du hast deine Kinder von der Schule abgemeldet? Häuslicher Unterricht? HÄ?

Was soll denn aus deinen Kindern werden? Und wenn sie einmal groß sind? Die können ja dann gar keinen Beruf lernen! Sie brauchen doch einen Abschluss!  Geht das rechtlich überhaupt? Wie soll das funktionieren? Wie sollen denn die Kinder Durchhaltevermögen und Geduld lernen? Lernen, dass sie etwas tun MÜSSEN? Die Welt ist kein Kinderspielplatz, sie müssen doch was lernen!  Du gehörst doch in die Psychiatrie! Was ist aus dir geworden?  Warum machst du das?

Ja, warum eigentlich? 🙂

Zugegeben, noch vor nicht allzu langer Zeit wäre ich nervlich vermutlich am Ende gewesen, bei dem gigantischen Gegenwind, der da aufkam.  Zum Glück hab ich ja an mir gearbeitet, gelernt, auf mein Bauchgefühl zu hören und nicht immer alles zu tun, nur weil „man“ das halt so macht.

Ich bin selbst Pädagogin und unterrichtete jetzt das 12.Schuljahr  14-18-jährige Mädchen. Teilweise bis zu 36 davon in der Klasse.  Da wir eine Landesschule sind, gelten niedrigere Teilerzahlen nicht für uns.  Also bist du als Pädagogin gefragt, deinen Unterricht – vorzugsweise in den Hauptgegenständen – zu  i n d i v i d u a l i s i e r e n. Tolles Wort. Heißt für uns, wir sollen möglichst allen Schülern gerecht werden. Denen, die aus der Mittelschule kommen und vielleicht in der deutschen Sprache einige Defizite aufweisen, – genauso wie den Schülern aus dem Gymnasium oder Quereinsteigern aus anderen höheren Schulen.  Eine äußerst spannende Herausforderung. Jeder, der sich das bildlich vorzustellen vermag, weiß, dass dies sicher ein lustiger Job ist. Ist es ja wirklich. Ich liebe meinen Job und es ist sooo viel mehr als reine Wissensvermittlung. Gerade pubertierende Mädels auf ihrem Weg ins Erwachsenenalter begleiten zu dürfen, ist für mich ein Geschenk.

Hier spannt sich für mich allerdings der Bogen zu meinen eigenen Kindern. Ich kümmere mich tagsüber um andere Mädchen, während fremde Menschen sich um meine eigenen Kinder kümmern.

Irgendwie passt das für mich nicht mehr zusammen. Ich möchte als Familie zusammen sein, nicht getrennt. Wenn jeder seiner Beschäftigung nachgeht, sehen sich die meisten Familien tagsüber nur selten. Gemeinsame Mahlzeiten? Zeit und Muße, um über sich selbst, seine Gedanken und Gefühle zu sprechen? Fehlanzeige. Zumindest meistens bei uns. Oder meine Ansprüche sind einfach zu hoch.  Kann auch sein. Für mich ist es jedenfalls wichtig, dass wir mehr Zeit gemeinsam verbringen können, als wir das bisher hatten.  Ich möchte das Gefühl, das im Urlaub und in den Ferien aufkommt, übers Jahr mitnehmen. Ich möchte es nicht mehr jedes Jahr am Schulanfang verlieren.  Ich möchte zusammen bleiben, eins sein als Familie, natürlich mit genügend Freiräumen. Diese wunderbare Welt erforschen, gemeinsam als Familie. Lernen in der Natur, von der Natur. Die Welt und Mutter Erde unsere Lehrer sein lassen. Grenzen sprengen, die ohnehin nur in unseren Köpfen existieren.  Glücklich und frei sein.

Und wie soll das bitte alles gehen? – höre ich dich fragen.

Naja, wo ein Wille, da ein Weg. Oder wie es so schön heißt: „Der, der will findet Wege, der der nicht will, Gründe.

Ich will das alles und bin einfach auf die Suche nach Möglichkeiten und Lösungen gegangen.

  1. Rechtliche Rahmenbedingungen zum häuslichen Unterricht in Österreich checken. (Ausführlicher Artikel hier)
  2. Ansuchen um Karenzierung in meinem Job. (Wurde mir dankender Weise ohne Probleme „zur Kindererziehung“ genehmigt.)  Ich würde meine Kinder nicht von der Schule abmelden, während ich selbst arbeiten ginge.
  3. Die Frage klären: Wie lässt sich das finanzieren? Ja – gute Frage: Hier kommen viele Faktoren zusammen:
    1. Sparen: Spare in der Zeit, so hast du in der Not – oder so ähnlich ging dieser Spruch doch, oder?
    2. Minimalismus leben:
      1. Pfeif aufs Shoppen gehen. Seit ich nicht mehr Shoppen gehe, brauche ich kein Geld mehr. (=keine Einkaufszentren oder ähnliches, um zu schauen und einfach zu bummeln…)
      2. Überlege bei jeden Kauf, ob du das wirklich, wirklich, wirklich brauchst, oder es nur haben willst, weil das rosa Kleidchen so süß aussieht.
      3. Nur mehr mit Einkaufsliste in den Supermarkt.
      4. Lass die Kinder beim Einkaufen im Supermarkt zu Hause!
      5. Erstelle dir einen Speiseplan! Auch das bewahrt dich vor unnötigen Käufen.
      6. Verkaufe alles, was du in deinem Haus länger als ein Jahr nicht mehr gebraucht hast. (Ja, auch die Schuhe! An vielen Dingen hängen wir, und müllen unser Haus zu, dabei ist es doch nur belastend und wer anderer freut sich vielleicht sogar darüber!)
      7. Nutze deinen Garten oder Balkon und pflanz dir dein Gemüse selbst! Macht Spaß, die Kinder lernen viel über den Kreislauf der Natur und gesundes Essen. Außerdem hilft es dir, Geld zu sparen.
      8. Nutze die Natur! Geh raus und sammle Wildkräuter. Wenn du auch nur ein bis zwei Mahlzeiten in der Woche aus der Natur holst, kannst du sehr viel sparen und tust dir außerdem was Gutes!
      9. Leg dir ein Visionsbord an. Ein Visionsbord kann eine Tafel oder ein Bilderrahmen oder ähnliches sein, wo du deine Visionen drauf pinnst. Bei mir stehen da so sachen drauf, wie: „Liebes Universum, ich wünsche mir…. „ Je konkreter du deinen Wünsche formulierst, desto eher treffen sie auch ein.
      10. Wenn du mit deinen homeschooling- Kindern reisen möchtest, und das würde ich dir sehr empfehlen, checke regelmäßig die Flüge, um ein bisschen ein Gefühl dafür zu bekommen, wieviel was kostet. Du bist dann zeitlich ja flexibel und kannst so tolle Angebote nutzen: z.B. habe ich letztens London – Prag: 11 Euro pro Kind bezahlt!
      11. Reisen muss nicht teuer sein: Klar, wenn du nur in 5*Resorts zu Hause bist, wird das auf die Dauer etwas schwierig werden. Billiger wird der Aufenthalt, wenn du dort, wo du hin willst, einfach mitarbeitest. Es gibt tolle Portale, wie z.B. WOOF, HelpX usw. wo du gegen 3-4 Stunden Mithilfe am Tag gratis Kost und Logis hast. https://www.helpx.net/, http://www.wwoof.net/ . Der Vorteil meiner Meinung nach liegt ganz klar im „Mitten drin statt nur dabei“. Und das ist gerade für die Kinder enorm wichtig. Lernen geht da nebenbei. Wir werden im Herbst auf einer spanischen Insel unser Unwesen treiben, dabei Spanisch lernen, Vulkane und Sterne erforschen.

Du siehst also, alles geht, wenn man will. Ich bin sehr froh über meinen Mut, diese Entscheidung für uns getroffen zu haben. Und außerdem, was soll passieren? Dass meine Kinder schlussendlich eventuell weltoffen sind? Fließend Sprachen sprechen? Aufgeschlossen sind, Neuem gegenüber? Lernen lernen, weil sie sich ihre Inhalte selbst erarbeiten? Ach ja, und die Armen werden aber kaum bei ihren Lernunterlagen sitzen. Denn was man gerne lernt, bleibt ja sofort im Gedächtnis. Da braucht es dann keine stunden-, tage-, wochen- oder gar jahrelangen Übungen, um zu verstehen, dass die Erde rund ist…

Und wenn es nicht funktioniert? Na, dann gehen sie halt wieder in die Schule. Das dürfen sie. Sollte jemals einer der beiden den Wunsch äußern, in die Schule gehen zu wollen, dann respektiere und unterstütze ich das selbstverständlich.

Und was soll aus ihnen werden?  Das wird die Zeit zeigen. Wenn sie dann mal einen Beruf lernen möchten,  maturieren wollen (Abitur machen) oder studieren… Das alles geht auch auf Basis des häuslichen Unterrichts. Denn hmm… wer hat denn mit dir für die Matura/fürs Abi gelernt? Momentan kannst du die Matura/Berufsreifeprüfung am BFI in einigen Monaten nachmachen.  Und dann ab ins Studium. – Wenn sie denn das wollen…

„Aber sie MÜSSEN sich doch anpassen lernen“… Ich bin übrigens der Meinung, dass wir außer Sterben überhaupt nichts müssen.

Wenn es dir in deinem Job nicht gefällt, dann hast du als Erwachsener das Recht, dies zu ändern. Wenn es dir in einer Beziehung nicht gut geht, dann hast du das Recht, dies zu ändern. Alles kannst du ändern. Die Entscheidung liegt bei DIR!

Warum sollten unsere Kinder also ständig alles MÜSSEN?

Du siehst, alles geht, wenn du nur möchtest. Wenn du dir Unterstützung wünscht bei deinen Entscheidungen, lass es mich wissen.

So what, take it easy!

Deine

Kerstin samt Kids

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Danke fürs Teilen!

4 thoughts on “Bitte, WAS hast du getan? Schule, Kids & Lernen

  1. Conny says:

    Kerstin ich finde du hast eine mutige entscheidung getroffen. Diese Zeit mit deinen Kindern wird unvergesslich werden! Genießt es einfach und reist soviel ihr wollt!

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